Chronik von St. Marien Reichenbach


01.10.1820
Weihe der ersten katholischen Kirche Westsachsens nach der Reformation in Zwickau. Ihr Sprengel reichte bis an die bayerische und
böhmische Grenze und schloss Reichenbach mit ein. Mit dem Beginn der Industrialisierung Mitte des 19. Jh. kamen in das protestantisch
geprägte Vogtland einzelne katholische Christen aus Böhmen und Bayern.

1840
In unserer Stadt leben 14 kath. Familien.

30.08.1857
Der Zwickauer Pfarrer Kretzschmer hält den ersten öffentlichen katholischen Gottesdienst in Reichenbach.

1858
Stadtrat, evangelisch-lutherisches Pfarramt und Kirchenvorstand erteilen dem kath. Pfarramt Zwickau die Erlaubnis, einmal jährlich
in der damaligen Gottesackerkapelle Trinitatis kath. Gottesdienst zu feiern.

1859
Reichenbach zählt 114 Katholiken.

ab 1860
Das neugegründete Seelsorgeamt Plauen übernimmt die Seelsorgedienste für Reichenbach.

ab 1865
Es findet nun zweimal im Jahr kath. Gottesdienst in der Trinitatiskapelle statt.

ab 1869
Kaplan Müller aus Plauen erteilt kath. Religionsunterricht in Reichenbach. Eine Schülerstatistik nennt achtzehn Kinder aus Reichenbach,
eines aus Mylau und drei aus Netzschkau.

1877
Das apostolische Vikariat im Königreich Sachsen erwirbt durch die Herren Clad
und Claviez vom Fabrikanten Robert Tröltzsch das Gebäude an der
Amtsmanngasse 4, heutige Marienstraße.
Das vorhandene Gebäude wird zu Kapelle und Pfarrhaus umgebaut.

25.11.1877
Gründungstag der katholischen Gemeinde in Reichenbach/Vogtland.
Bischof Bernert weiht die neue Notkapelle und feiert mit dem ersten
Ortsseelsorger, Kaplan Mannel (bis dahin Missionsgeistlicher in Greiz),
die erste Heilige Messe.

Um 1900
zählen etwa 670 Katholiken zur Gemeinde in Reichenbach.

01.04.1904
Reichenbach wird in den Status einer Pfarrei erhoben und unter das Patronat „Mariä Himmelfahrt“ gestellt.
Der bisherige Kaplan Jäschke wird zum Pfarrer ernannt.

1925
Beginn der Geldsammlungen für einen Kirchenbau.

19.03.1927
Erster Spatenstich für den Kirchenneubau. Der Architekt Rudolf Ladewig, hervorgegangen
aus der Dessauer Bauhaustradition, übernahm den Entwurf des Kirchenneubaus.
Er schuf in Reichenbach außerdem so markante Gebäude wie die Textilfachschule und
den Wasserturm. Für den Kirchenneubau erweiterte er den vorhandenen Kapellenraum,
fügte einen 32 m hohen Turm an und schuf einen Stufengiebel, der das Bild zur Marienstraße
hin abrundete.
Dort befindet sich als Schmuckelement eine Keuzigungsgruppe aus Sandstein.

24.04.1927
Feierliche Grundsteinlegung.

13.08.1927
Weihe der Kath. Kirche „St. Mariä Himmelfahrt“ Reichenbach durch Bischof Schreiber.

1928
Die Reichenbacher Gemeinde zählt 1200 Katholiken, die in 33 Städten und Dörfern
auf einem Gebiet von 160 km² unter 60.000 bis 70.000 Nichtkatholiken wohnen.



01.05.1935
Pfarrer Johannes Derksen tritt sein Amt in Reichenbach an.

1943
Reichenbach gehört ab jetzt nicht mehr zum Dekanat Zwickau, sondern zum Dekanat Plauen.
Lengenfeld wird Reichenbach angegliedert.

21.03.1945
Bombenangriff auf Reichenbach. Kirchendach und Kirchenfenster sowie das Pfarrhaus werden schwer beschädigt.

17.04.1945
Ende des Krieges in Reichenbach durch Kapitulation.

01.12.1949
Pfarrer Derksen verlässt nach 14 Jahren Reichenbach. Sein Nachfolger wird
Erzpriester Kaspar Riering.

10.08.1952
Jubiläum: 75 Jahre Seelsorgestelle und 25 Jahre Marienkirche zu Reichenbach.

21.09.1952
Firmung (300 Firmlinge und 1800 Kirchenbesucher). Der vielen Menschen wegen findet der Gottesdienst in der Peter-Paul-Kirche statt.

01.01.1953
Umstrukturierung der Pfarreien: Lengenfeld und Netzschkau werden Pfarrvikarien; Auerbach, Plauen und Falkenstein geben Orte an Reichenbach ab.
Von nun an hat Reichenbach 8.200 Gemeindemitglieder.

13.08.1961
Bau der Berliner Mauer. Die Abwanderung aus der Diaspora kann nun nicht mehr durch Zuwanderung kompensiert werden.

1966
Erzpriester Riering geht in den Ruhestand, Pfarrer Gerd Sachse kommt nach Reichenbach.

1974
wurde die Kirche renoviert. Der Altarraum wurde neu gestaltet. Die vorhandenen Plastiken „Kreuz“ und „Madonna“
von Bildhauer F.Hertelt/Cottbus sowie der Kreuzweg konnten wieder verwendet werden. Ergänzung fand die Innenarchitektur
durch Werke von Elly-Viola Nahmmacher aus Greiz. Sie gestaltete Tabernakel, Ambo und Marienleuchter.
Die Kirche erfuhr so eine einfache, klare Gliederung, die dem Bauhausstil nahe kommt.

15.08.1977
Feier des 100-jährigen Gemeindejubiläums und 50 Jahre Marienkirche.

1980
Ökumenische Feierlichkeit: 900 Jahre Christen in Reichenbach.

01.09.1986
Pfarrer Norbert Weinhold wird Pfarrer von Reichenbach und Lengenfeld.

09.11.1989
Die Grenzen der DDR werden geöffnet.Seit Sommer 1989 hatte Pfarrer Weinhold den Mut, im Informations- und Schaukasten der
kath. Kirche in Reichenbach mit Plakaten an das Gewissen der Menschen zu appellieren und zum Nachdenken anzuregen.
Diese „seine Plakate“ gelten heute als Symbol der Einleitung der politischen Wende in Reichenbach.

01.12.1997
Pfarrer Weinhold wird nach Marienberg versetzt. Die Gemeinden Reichenbach und Lengenfeld werden während einer langen Vakanzzeit
von verschiedenen Priestern aus Erfurt, Dresden, Greiz und dem Dekanat betreut.

01.03.1998
Nach langem Warten kommt Pfarrer Clemens Elsner nach Reichenbach und Lengenfeld.

01.01.2002
Die Pfarrei Lengenfeld wird aufgelöst. Lengenfeld kommt mit allen Ortsteilen zu Reichenbach,
Treuen wird mit seinen Ortsteilen der Pfarrei Auerbach angegliedert.

01.10.2006
Pfarrer Clemens Elsner muss den Dienst in der Pfarrei St. Marien aus gesundheitlichen Gründen aufgeben. Die Pfarradministration übernimmt
Pfarrer Joachim Scholz aus Netzschkau. Nach einem Jahr wird er als Pfarrer für unsere Gemeinde eingesetzt.

05.10.2010
Am Sonntag den 05.10.2010 wurde der neue Pfarrer der kath. Gemeinde St.Marien, Herr Thomas Arthur Dawidowski feierlich in sein
Amt eingeführt. Gleichzeitig wurde Herrn Pfarrer Joachim Scholz für seine geleistete Arbeit gedankt
und er wurde in den wohlverdienten Ruhestand entlassen.

31.05.2015
Am 31.05.2015 bekam die kath. Gemeinde Reichenbach einen neuen Pfarrer, Herrn Josef Reichl.
Er wurde vom Plauener Dekan Bahmann in einem Festgottesdienst in sein Amt eingeführt und ihm wurden feierlich die
Schlüssel zu seiner "neuen" Kirche übergeben.
Pfarrer Dawidowski wechselte nach Ostsachsen und ist jetzt Pfarrer in Panschwitz-Kuckau.